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Hanf Kleidung

Schon beim Anbau ist Hanf der beliebten Baumwolle in Vielem überlegen: Die Pflanze braucht von Natur aus nur wenig Wasser und ist gegen die meisten Schädlinge resistent. Außerdem hat Kleidung aus Hanf viele positive Eigenschaften: Der Stoff ist feuchtigkeitsregulierend, kühlt bei Wärme und wärmt bei Kälte, schützt vor UV-Strahlung und außerdem noch antibaktrielle Eigenschaften.

Hier erfährst du mehr über die Herstellung von Hanf Kleidung und Labels, die den Traditionsstoff wieder in ihren Kollektion nutzen.

So fühlt sich Hanf Kleidung an

Hanffasern sind sehr vielseitig und lassen sich sowohl zu sehr feinen, weichen, als auch zu rustikalen, groben Stoffe verarbeiten. Außerdem kann Kleidung aus Hanf mit zahlreichen hautfreundlichen Eigenschaften punkten:

  • Hanffasern sind von Natur aus feuchtigkeitsregulierend. Sie nimmt mehr Feuchtigkeit auf als Baumwolle und fühlt sich dennoch angenehm trocken an.
  • Hanfstoffe sind wärmerregulierend: Sie wärmen, wenn es kalt ist und kühlen an heißen Tagen.
  • Ihre antibakterielle Eigenschaften in Kombination mit der Aufnahme von Feuchtigkeit führen dazu, dass die Hanfklamotten auch an heißen Tagen nicht schnell stinkig werden und länger frisch bleiben.
  • Sie haben außerdem einen starken natürlichen UV-Schutz Hanf schützt vor 90 % der UV-Strahlen.

Von Natur aus umwelfreundlicher im Anbau

Ein riesiger Vorteil an Hanf ist sein unproblematischer Anbau.

Die Pflanzen wachsen superschnell (bis zu vier Meter in drei Monaten) und brauchen nicht viel Wasser: Für die Herstellung von 1kg Hanfstoff wird im weltweiten Durchschnitt 1.000 bis 2.500 Liter Wasser verbraucht. Für 1kg Baumwollstoff liegt der Durchschnitt bei 11.000 Liter Wasser, in Indien braucht man sogar 23.000 Liter.

Hanfpflanzen sind außerdem viel weniger anfällig gegen Schädlinge. Deshalb kommt Hanf von Natur aus auch bei konventionellem Anbau mit sehr viel geringerem Dünger- und Pestizideinsatz aus.

Im ORFAFA Fashion-Finder findest du deshalb auch Hanf-Labels, die kein Zertifikat für kontrolliert biologischen Anbau des Hanfs nachweisen können, wenn sie sonst fair und umweltfreundlich produzieren.

 So einfach der Anbau, so aufwändig die Fasergewinnung.Für Baumwolle und Chemiefasern hat die Textilindustrie in den vergangenen Jahren die Maschinen zur Verarbeitungweiterentwickelt – für Hanf (noch) nicht[NE1] . Das bedeutet: viel Handarbeit und damit etwa fünfmal höhere Herstellungspreise als bei Baumwolle. Die größten Anbauflächen von Hanf für Textilien sind in China und Osteuropa. Dort findet auch die mühsame Weiterverarbeitung statt. Nach der Ernte müssen die Fasern in den Hanfstängeln „aufgeschlossen“ werden. Dies geschieht meist in der traditionellen, sehr arbeitsintensiven „Wasserröste“. Dabei werden die Hanfbündel für eine bestimmte Zeit spezielle Wasserbecken gelegt, bis sich die Bindestoffe gelöst haben. Nach dem „Häuten“ geht es in die Spinnerei, wo die Faserbündel in Natronlauge gekocht werden. So kommt man an die begehrten Langfasern, aus denen das feine Hanfgarn gesponnen wird. Bei den einzelnen Arbeitsschritten entstehen giftige Abwässer. Die Hersteller von Hanfkleidung müssen also darauf achten, dass die Firmen, von denen sie ihre Stoffe [NE2] beziehen, gute Kläranlagen besitzen.[NE3] 

Von Mainstream zum Mauerblümchen der Mode

Kleidung aus Hanf hat Tradition: Schon Jahrtausende vor seiner Zeit nutzten Menschen die robusten Pflanzenfasern für Kleidung, Segeltuch und Seile. Die ältesten Funde von Hanfstoffen stammen aus China um 2800 v. Chr. Aber auch in Deutschland hat man gewebte Hanffragmente in einem keltischen Grabhügel gefunden und auf etwa 500 v. Chr. datiert.

Bis ins 19. Jahrhundert waren Hanffasern neben anderen Naturfasern der wichtigste Rohstoff der europäischen Textilindustrie. Man stellte daraus vor allem Ober- und Arbeitskleidung her.

Dass Hanf heute nur noch ein Mauerblümchen-Dasein in der Modebranche führt, liegt zum einen an den „berauschenden“ Nebenprodukten, die aus der Hanfpflanze gewonnen werden können. Ihnen hat sie es zu verdanken, dass es von 1982 bis 1996 der Landwirtschaft in Deutschland sogar verboten war, Hanf anzupflanzen. Erst seitdem es Sorten gibt, deren THC-Gehalt unter 0,3 Prozent liegt, sieht man sie wieder auf den Feldern. Die Ernte wird hierzulande aber vor allem als Dämmmaterial verkauft.

Ein weiterer Grund war die zunehmende Nutzung von Baumwolle als Kleidungsstoff. Die Entwicklung von Baumwoll-Spinnmaschinen und billigen Baumwoll-Importe führten dazu, dass Baumwolle bald zur meist genutzen Textilfaser in Europa wurde.

Erst in den 1990er Jahren wurde Hanf von alternativen Modelabels wiederentdeckt. Hier stellen wir dir einige vor:

Hier findest du nachhaltige Hanfmode

Hanf Kleidung von Hessnatur

Beim Naturmode-Label Hessnatur findet man Hanf schon seit 1980 in der Frühjahr/Sommerkollektion. Das Label kombiniert die Hanffasern mit anderen Materialien wie Biobaumwolle oder Seide. So kann Hanf für ganz unterschiedliche Kleidungsstücke eingesetzt werden: Es gibt sowohl feine Blusen aus Hanf und Seide, sowie robuste Hanf-Sommerschuhe.

HempAge: ein Hanf Label

HempAge produziert schon seit 1999 zeitlose Hanf Kleidung. Der Hanf, den die Marke verarbeitet, wird von Kleinbauern in China auf traditionelle Art angebaut. HempAges Mission ist es auch neue Techniken für die Produktion von Hanf Kleidung zu entwickeln, damit Hanf wieder fester Bestandteil der Modeszene wird. Oft verwendet das Label Hanf in Kombination mit Bio-Baumwolle. HempAge ist Mitglied der Fair Wear Foundation, die regelmmäßig die Sozial- und Arbeitsstandards der Lieferanten überprüft.

Hanfmode bei Lanius

Auch das Label Lanius verwendet Hanf in Kombination mit Bio-Baumwolle . Der fließender Hanfjersey des Labels ist ideal für sommerliche Temperaturen und fällt besonders weich auf der Haut. Die Kleidungsstücke aus diesem Mischstoff sind hautfreundlich, antimikrobiell und atmungsaktiv.


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