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Bio-Kleidung

Immer mehr Modelabels werben deshalb mit Kleidung aus Bio-Baumwolle. Aber aufgepasst: Ein Shirt aus Bio-Baumwolle ist noch lange kein Bio-Shirt. Ein Kleidungsstück aus Bio-Baumwolle kann voller schädlicher Chemikalien stecken. Wer schadstofffreie und umweltfreundiche Bio-Mode kaufen möchtest, sollte deshalb wissen, für was die folgenden Siegel und Standards stehen – und für was nicht.

Mode aus Biobaumwolle oder Biomode?

Kleidung und andere Textilien, deren Fasern nach Vorgaben des ökologischen Landbaus angebaut werden, tragen die Bezeichnung “aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA)”. Das heißt: Die Baumwoll-Bauern haben keine chemischen Pestizide und Düngemittel verwendet. Außerdem ernten sie die Bio-Baumwolle von Hand, denn chemische Entlaubungsmittel sind verboten. Eine unabhängige Zertifizierungsstelle überprüft mindestens einmal im Jahr vor Ort, ob alle Vorgaben eingehalten werden.

Der Zusatz “kbA” sagt aber leider nichts darüber aus, auf welche Weise die Fasern weiterverarbeitet wurden. So kann es sein, dass ein Shirt aus Bio-Baumwolle giftige Farbstoffe und Weichmacher enthält.

Sinnvoll ist es auch, auf dem Etikett nachzusehen, wie viel Bio-Baumwolle überhaupt in dem Kleidungsstück steckt. Oft wird diese nämlich mit konventionell angebauten Fasern gemischt.

GOTS: Siegel für echte Biokleidung

“Global Organic Textile Standard (GOTS)” ist ein weltweiter Standard für Bio-Textilien. Hier gelten nicht nur für die Rohstoffe (z.B. Baumwolle), sondern auch für die Weiterverarbeitung Bio-Richtlinien.

IVN Best Standard: Das Siegel für Bio-Naturmode

Noch strenger als GOTS ist der IVN Best Standard, der vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN) vergibt. Es ist derzeit das Siegel mit den höchsten Ansprüchen an textile Ökologie – mehr geht derzeit nicht. IVN stellt die gesamte textile Produktionskette auf den Prüfstand. Die Textilien müssen zu 100 Prozent aus Naturfasern bestehen, die aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) oder kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) stammen. Synthetische Fasern wie Elasthan, Polyacryl oder Viskose dürfen nur zu höchstens fünf Prozent bei Zutaten oder in Ausnahmefällen bei elastischen Stoffen eingesetzt werden, beispielsweise bei Bündchen oder Spitze. Die Liste zugelassener Farben und Hilfsmittel ist beim IVN Best kürzer als beim GOTS Standard.


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